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Informationen zu Bert Kaempfert Portrait

Bert Kaempfert

Bert Kaempfert wurde am Dienstag, 16. Oktober 1923 in Hamburg geboren. Er starb am Samstag, 21. Juni 1980 in Llucmajor.
http://www.kaempfert.de/

Kurzlebenslauf

Der Lebenslauf von Bert Kaempfert ist sehr komplex, weshalb wir hier nur ein paar markante Punkte aufgenommen haben. Ausführlicheres zu seiner Biographie können Sie etwas weiter unten lesen.

  • 1929 - Grundstein der musikalischen Karriere
  • 1959 - Erste Hits in den Charts
  • 1960 - Kooperation mit Elvis Presley
  • 1960 - Hit Wooden Heart auf Platz 1 der Billboard Charts
  • 1974 - Erste Konzertreise in England
  • 1980 - Plötzlicher Tod

Weitere Informationen zu Bert Kaempfert

Bert Kaempfert wurde 1923 in Hamburg als Sohn eines Malergesellen geboren. 

Der Grundstein seiner musikalischen Karriere wurde im Jahr 1929 gelegt. Der junge Kaempfert wurde von einem Taxi angefahren, so dass seine Eltern 500DM Schmerzensgeld für den Unfall bekommen. Der Verwendungszweck des Geldes war der Mutter schnell klar - "Fips (Bert Kaempfert) bekommt ein Klavier". Und so war es um ihn geschehen. 

Die erste Band

Kaempfert besuchte - um auch richtig Klavier spielen zu lernen - eine private Musikschule in Wilhelmsburg und erhielt bei Wilhelm Witt Unterricht. In einer Talentschmiede erhielt er zusätzlichen Unterricht auf der Klarinette und dem Akkordeon. Bereits mit 16 Jahren erwies sich sein außerordentliches Talent, so dass er eine Anstellung als Musiker im Hans-Busch-Orchester erhielt, dass zu der Zeit sehr angesehen war. Während des Zweiten Weltkrieges gründete er in Gefangenschaft in Dänemark seine erste Bigband. Sie trug den Namen "PIK ASS".

Nach der Heirat mit Hanne und der Geburt der Tochter Marion, zogen sie zurück nach Hamburg.  Mit dieser Formation reiste er umher und stand schließlich eine Anzeige zu dem Ensemble in der Zeitung - "PIK ASS - das führende Gastspiel-Varieté mit B. Kaempfert, dem Meister auf dem Akkordeon". Doch wie die Nachkriegsjahre so waren, war das Beständige in der Zeit eben die Veränderung. Kaempfert verließ das PIK ASS Unternehmen und erhielt einige Angebot als Solist, die er natürlich sehr gern annahm. 

Start als Solokünstler

In der Folgezeit machte Kaempfert vermehrt allein als Solokünstler weiter. Es häuften sich Auftrags-Arrangements und Kompositionen. Kaempfert war auf dem Weg an die obere Spitze. Stets um sein künstlerisches Potential bewusst arbeitete er nun auf eigene Verantwortung und gründete das "Berthold-Kaempfert-Orchester". 

Im Jahr 1951 kam die zweite Tochter - Doris - von Kaempfert und seiner Frau zur Welt. Bert Kaempfert wurde mehr und mehr zu einem Begriff in und um Hamburg. 

Die Karriere

Freddy Quinn, ein Sänger für den Kaempfert produzierte, hinterließ im St. Pauli Viertel seine ersten Spuren. Ein sehr bekannter Song der Unterhaltungsmusik, den Kaempfert für Ihn produzierte ist Die Gitarre und das Meer (1959). Der 1958 produzierte Mitternachts-Blues war für sage und schreibe 22 Wochen in den deutschen Charts und schaffte es bis auf den 6. Rang. 

Der Erfolg um Freddy Quinn blieb kein Einzelfall. Mit dem Hit Morgen und dem ausgezeichneten Sänger Ivo Robic erhielt er die erste Goldene Schallplatte. Noch heute zählt der Titel zu den attraktivsten und gelungensten der Schlager Geschichte.

Eine Kooperation der besonderen Art kam 1960 zustande. Elvis Presley leistete seinen Wehrdienst in Deutschland - sollte seine Karriere jedoch nicht unterbrechen, so dass ein neuer Hit gesucht war. Die Volksweise Muß i denn zum Städele hinaus verhalf Kaempfert zum Erfolg. Unter dem Titel Wooden Heart wurde der Titel zum Welterfolg Presleys. Der Landsmann Joe Dowell sang den Titel auf Platz 1 der Billboard-Charts. Durch diese Ereignisse waren die ersten Kontakte nach Amerika geknüpft und der weltweite Erfolg stand vor der Tür. 

Kaempfert in Amerika

Kaempfert und seine Frau reisten nach Amerika aus und knüpften dort schnell Kontakte. Der Gesprächspartner in New York war Milt(on) Gabler ein Unterhaltungsprofi. Er erkannte das Potential des deutschen Musikers schnell und ließ den bisher vorbehaltenen Titel Wunderland bei Nacht als Wonderland by Night unter dem Interpreten "Bert Kaempfert an his Orchestra" veröffentlichten. Der Titel erschütterte Amerika und schoss in einem sehr schnellen Tempo an die Spitze sämtlicher Charts. Bert Kaempferts Ziel wurde erreicht - Sein Name hatte Weltgeltung. 

Nach der Rückkehr nach Hamburg folgte für Kaempfert eine schwere Begegnung. Mitten auf der Reeperbahn traf er auf vier Musiker aus Liverpool - Paul McCartney, John Lennon, George Harrison und Pete Best. Die Musiker waren unter dem Titel "Beat Brothers" als Begleitband von Tony Sheridan unterwegs. Kaempferts Gefühl ließ ihm nicht im Stich und er produzierte einige Titel mit den jungen Musikern. Die Single My Bonnie entstand und wurde zu einem Stück Musikgeschichte. 

Der Ruf Kaempferts festigte sich auch in den 60er Jahren durch neue Kompositionen und Bearbeitungen. Es etablierte sich ein unvergleichlicher Sound - der Kaempfert Sound - bestehend aus dominanten (Knack-)Bassfiguren, swingender Rhythmus, Blaser und eine schwebende Mischung aus Chor und Streichern.

Der Erfolgstitel Stranger In The Night

Mit dem Song Strangers In The Night verhalf er Frank Sinatra zu einem Comeback und katapultierte Ihn mit dem Hit an die Spitze der Charts. Ein weiterer sehr erfolgreicher Titel war Danke Schoen - mit dessen Erfolg sich der Künstler Wayne Newton schmückte. Auch A Swingin' Safari ist aus dem Repertoire renommierter Sänger, Bands und Orchester nicht mehr wegzudenken. Bert Kaempfert ist überall.  

Die Kurzlebigkeit der Musik spielte für Kaempfert nie eine wirkliche Rolle. Stattdessen bewies er die Wandlungsfähigkeit der Musik. Er nahm sich den Disco-Klassiker Theme From Shaft und spielte seine Version dazu in den 70er Jahren. Die Folge dieser Neuauflage war ein Anruf des Komponisten. - "Eine phantastische Fassung, sie gefällt mir besser als meine eigene!". Die Kompositionen Keep On Dancing und Frisco Disco zeigen, dass Kaempfert auch von sich aus solche Disco Klassiker schreiben konnte. 

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Auf Tonträgern war Kaempfert mittlerweile weltweit bekannt. Doch der Ruf nach Live-Konzerten wurde immer größer. Ein Höhepunkt seiner Karriere waren einige Konzerte im Jahr 1974 in England. Die Konzerte fanden in der Londoner Royal Albert Hall statt. Der Erfolg der Konzerte in England schwappte natürlich sehr schnell nach Hamburg in die Heimat über. Der Konzertveranstalter Kurt Collien organisierte eine spektakuläre Konzertreise durch Deutschland. Die Aufgabe war nicht ganz ohne, denn es mussten Termine für 50 Spitzenmusiker des Orchesters koordiniert und geplant werden. Kaempferts Musik erreichte also nun auch den Stellenwert in Deutschland, der ihm und seiner Musik längst zustand. 

Die eine Tournee war gerade beendet, da stand eine weitere in England bevor. Auftritte in Manchester, Birmingham, Croydon, Eastbourne und einem Abschlusskonzert in London standen auf dem Programm. Die 5000 Zuschauer in der Royal Albert Hall waren so hin und weg von der Musik, dass sie das Orchester samt Kaempfert gar nicht mehr gehen lassen wollten. Schließlich ergriff er selbst das Wort und sagte zu dem Publikum "Ich würde ja gern noch weiter machen, aber ich habe keine Noten mehr. Und meine Musiker haben Durst!". 

Nur zwei Tage nach der Tournee flog er mit seiner Frau in das gemeinsame Ferienhaus nach Mallorca. Während des Fluges organisierte er neue Live-Konzerte, die Anfragen nahmen kein Ende. 

Plötzlicher Tod

Am 21. Juni 1980 wendete sich das Blatt jedoch rasant. In den Nachrichten kam die Meldung, dass Bert Kaempfert an den Folgen eines Schlaganfalls auf Mallorca im Alter von nur 56 Jahren verstorben ist. Die ganze Musikwelt war in Trauer.

Bert Kaempfert war ein ganz besonderer Musiker für Deutschland und blieb trotz seines grandiosen Erfolges immer sehr bescheiden. Im Jahr 1993 wurde ihm die größte Ehre eines Komponisten erteilt, er wurde - 13 Jahre nach seinem Tod - in die "Songwriters Hall Of Fame" aufgenommen. Für die Musikwelt wird Bert Kaempfert und seine Musik immer im Gedächtnis und einzigartiger Erinnerung bleiben. 

Fotos

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Zu Ehren seiner Kompositionen und seinem generellen Lebenswerk, wurde der Bert Kaempfert Platz nach seinem Tod nach ihm benannt. Er befindet sich im Barmbeker Stadtviertel gegenüber des Barmbeker Bahnhofs, in dem Kaempfert aufgewachsen ist. Zweimal in der Woche findet dort ein Markt statt, der Platz ist quasi das Zentrum Barmbeks.

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